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Hoch BOB als treue Seele – weiterhin winterlich

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Offenbach, Montag, den 11.01.2010, 11:30 Uhr – "Wer in
Deutschland wo auch immer am Montag früh aus dem Fenster
geschaut hat, wird unweigerlich die Farbe Weiß (wobei
akademisch gefragt werden muss, ob Weiß überhaupt eine Farbe
ist) und die Materie Schnee gesehen haben. Von den Inseln bis
hinunter zum Alpenrand bzw. zum Hochrhein liegt eine weitgehend
geschlossene, teils verwehte Schneedecke unterschiedlicher
Dicke. Wie immer in solchen Situationen kristallisieren sich
nun im Wesentlichen zwei Fraktionen innerhalb der Bevölkerung
heraus. Die einen sind völlig begeistert von diesem Szenario
und genießen die Vorzüge, die anderen wünschen dem kalten Weiß
am liebsten die "schwarze Pest an den Hals". Nun, der Verfasser
hat dazu natürlich auch eine Meinung, die an dieser Stelle aber
nicht von Belang ist. Wichtiger ist vielmehr der Blick nach
vorn, wie es denn wettertechnisch weitergeht.
Die Wetterkonstellation, besser die Großwetterlage, wie sie
sich noch am Wochenende dargestellt hat, erfährt mit Beginn der
neuen Woche eine substanzielle Änderung. Einer der
Protagonisten, das Tief DAISY, ist inzwischen zum Schwarzen
Meer abgezogen, während der andere Hauptdarsteller,
Skandinavienhoch BOB, vor Ort und Stelle verbleibt. Dieser
Prozess hat mehrere Folgen – zum einen entspannt sich die
Windsituation im Küstenraum zusehends, was gleichzeitig die
Gefahr von Schneeverwehungen geringer werden lässt. Zum anderen
entpuppt sich BOB als sogenanntes blockierendes Hoch. Will
heißen, gemeinsam mit der auf dem Kontinent reichlich
vorhandenen Kaltluft wird quasi ein großräumiger Puffer
geschaffen, der sämtliche Aktivitäten und Bemühungen
atlantischer Tiefdruckgebiete, sich über Mitteleuropa zu
präsentieren bzw. Einfluss auszuüben, weitgehend im Keim
erstickt oder zumindest erheblich abbremst. Statt dessen
verbleiben die Tiefdruckgebiete über dem nahen Atlantik, wo sie
entweder nach Norden Richtung Is- und Grönland abgelenkt werden
oder Kurs auf das Mittelmeer nehmen. Allenfalls am Mittwoch
schafft es vielleicht (die Vorhersage ist noch unsicher) mal
ein schwacher Tiefausläufer bis in die westlichen oder
südwestlichen Landesteile, die große Nummer dürfte das aber
nicht werden.
Stellt sich Frage, was das nun für unser Wetter bedeutet.
Zunächst mal die Kernaussage, dass nachhaltiges Tauwetter nicht
in Sicht ist, auch wenn in höheren Luftschichten etwas mildere
Luft einströmt. Diese wird sich aber in tiefen Lagen, also
dort, wo die meisten Menschen wohnen, so gut wie gar nicht oder
nur sehr bedingt durchsetzen. Es bleibt also kalt und meist
frostig, auch wenn in Küstennähe sowie im Umfeld des Rheins
nachmittags mal ein oder zwei Grad plus am Thermometer
registriert werden können. In den Nächten bleibt ohnehin das
Minuszeichen das Maß aller Dinge, wobei an den Orten, wo es
aufklart, auch wieder strenger Frost unter -10 Grad auftreten
wird.
Was Niederschläge angeht, legt die Atmosphäre bei uns in den
nächsten Tagen eher Zurückhaltung an den Tag. Am heutigen
Montag kommt es zwar noch verbreitet zu meist leichten
Schneefällen, die aber bis Dienstag weitgehend nachlassen.
Etwas kritisch könnte am Mittwoch besagter Ausläufer im Westen
und Südwesten werden, wenn von Frankreich und Belgien her ein
Niederschlagsgebiet mit etwas Schneefall und/oder gefrierendem
Regen auf die südwestlichen und westlichen Landesteile
übergreift. Diesbezüglich stehen allerdings noch viele
Fragezeichen auf der Karte, u.a. hinsichtlich Intensität und
Art der Niederschläge und ob sie überhaupt deutschen Boden
erreichen. Es ist nämlich gut möglich, dass "Blocking-BOB" die
Schotten vorzeitig dicht macht und das Ganze von uns fern hält.
Also, Anhänger winterlicher Witterungsverhältnisse können sich
weiter freuen, den anderen sei dadurch Trost gespendet, dass
die Tage schon wieder länger werden und wir somit – zumindest
astronomisch – gen Frühjahr konvergieren."

Das erklärt Dipl.-Met. Jens Hoffmann von der
Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in
Offenbach zum Wetter der kommenden Tage.

Hinweis:
Die aktuellen Wetter- und Unwetterwarnungen finden Sie unter:
www.wettergefahren.de

Aktuelle Wetter- und Klimainformationen finden Sie unter:
www.dwd.de

Die Wettervorhersagezentrale des DWD ist rund um die Uhr
telefonisch erreichbar unter Tel.: 069/8062-3333

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