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foodwatch: Wie Ministerin Ilse Aigner die Öffentlichkeit bei der Ampel täuschte

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Der Foodwatch Newsletter:

"Über Monate hinweg haben Vertreter des Bundesverbraucherministeriums die Öffentlichkeit beim Thema Ampelkennzeichnung getäuscht – bis hin zu Staatssekretärin Julia Klöckner und Ministerin Ilse Aigner. Systematisch haben sie eine Studie aus dem eigenen Hause falsch dargestellt, um auch damit die Ampel zu verhindern.
Darum geht es: Gefragt nach der Ampelkennzeichnung, hat Ilse Aigner stets für das so genannte „1 plus 4“-Modell geworben – genau jenes komplizierte System aus Zahlen und Prozentangaben, das bei der Lebensmittelindustrie „GDA“-Kennzeichnung heißt. Frau Aigner argumentierte dabei auch mit einer Umfrage aus ihrem eigenen Ministerium von März 2008. „Über 80 Prozent der Befragten“, so die Ministerin,  beurteilten das „1 plus 4“-Modell als „informativ, verständlich und übersichtlich“. Das klingt beeindruckend, hat aber einen entscheidenden Haken. Wenn Frau Aigner vom „1 plus 4“-Modell sprach, meinte sie Zahlen und Prozentwerte – aber keine Farben. Bei der Umfrage ihres Ministeriums, noch von Vorgänger Horst Seehofer beauftragt, spielen die Farben dagegen eine entscheidende Rolle. Den Befragten wurde nämlich eine Grafik gezeigt, in der die Nährwertangaben mit den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün eingefärbt waren. Das „1 plus 4“-Modell, wie es Ilse Aigner propagiert, bekamen sie gar nicht zu sehen. Im Klartext: Frau Aigner benutzt eine Umfrage, die klar für den Einsatz von Farben spricht, um gegen die Ampel Stimmung zu machen. Mehr dazu hier »
Das ist keine kleine Ungenauigkeit, sondern unredlich: Schließlich hat Frau Aigner mit diesem falschen Argument Einfluss auf den europäischen Gesetzgebungsprozess genommen. Hier liegt der Ball jetzt übrigens wieder bei der deutschen Ministerin. Nachdem das Europaparlament im Juni relativ knapp gegen die Ampel votierte, müssen jetzt Frau Aigner und ihre Kollegen im Rat der EU-Minister über eine neue Nährwertkennzeichnung beraten. Bisher vertritt die Bundesverbraucherministerin dort offenbar alles andere als die Interessen der Verbraucher. Im Oktober sprach sie sich ausdrücklich dafür aus, Nährwerte wie bisher in Bezug auf Portionsgrößen anzugeben. Dabei sind diese in Praxistests längst gescheitert. Das Europaparlament hatte deshalb immerhin für einheitliche Angaben bezogen auf 100 Gramm gestimmt, weil die Verbraucher nur so zwei Produkte einfach miteinander vergleichen können. Frau Aigner fällt jetzt sogar hinter diesen Kompromiss zurück.
Bitte fordern Sie Ilse Aigner auf, sich in den Beratungen des EU-Ministerrats endlich für die Ampelkennzeichnung einzusetzen! Unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion an Frau Aigner und alle zuständigen Minister der EU-Staaten:
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Quelle: foodwatch.de

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