Nicht nur fehlerfreie Äpfel schmecken gut

 

Der Apfel muss die richtige Größe haben und darf keinerlei erkennbaren Makel aufweisen, um nicht im schlimmsten Fall in der Handelsklasse 2 und damit auf dem Müll oder im Tierfutter zu landen. Nur wenn er nach den derzeitigen Maßstäben „perfekt“ ist, darf er in den Handel und dem Verbraucher in der höchsten Handelsklasse angeboten werden. Und so landet ein großer Teil der Ernte eben nicht dort, wofür sie produziert wurde:  Auf dem Tisch und im Kochtopf der Kunden.

„Keiner ist perfekt“ unter diesem Motto werden ab Montag in einer Testphase, die vier Wochen dauern soll, bei Edeka und Netto einige Obst- und Gemüsesorten mit optischen Mängeln verkauft. Natürlich werden die Preise dafür deutlich unter den „perfekten“ Produkten liegen, die Qualität ist dennoch einwandfrei.
Das Projekt findet (leider) wohl nur in einigen Bundesländern statt und zwar ausgewählten Filialen in den Edeka-Regionen Südbayern und Nordbayern, Sachsen und Thüringen, sowie Rhein Ruhr und Nord.

Der Rewe-Konzern hat bereits vor einer Woche eine ähnliche Aktion in Österreich in über 1.000 Märkten gestartet, dort werden Äpfel & Co. mit Schönheitsfehlern als „Wunderlinge“ angeboten. In der Schweiz läuft ein Pilotprojekt mit der gleichen Intention unter der Leitung der Supermarktkette Coop mit dem Namen „Ünique“.

Wenn die jeweiligen Ergebnisse bezüglich der Akzeptanz dieser Produkte beim Kunden vorliegen, wird wohl eine Entscheidung über die Aufnahme der nicht ganz so schönen Gemüse- und Obstsorten in das jeweilige Sortiment entschieden.

Also liegt es jetzt bei uns, bei den Kunden, zu überdenken, ob weiterhin wertvolle Lebensmittel nicht den richtigen Wert in unserem Bewusstsein haben sollen. Ob es für uns wirklich so immens wichtig ist, dass eine Mohrrübe die festgelegte und vorgeschriebene perfekte Form, Größe und Optik haben muss, um auf unserem Speiseplan landen zu dürfen. Und ob für die Erzeuger ihre Arbeit nicht wieder einen höheren (Geld)Wert haben sollte und es nicht möglich ist, einen größeren Teil der Ernte zu verwerten.

 

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