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foodwatch stellt Strafanzeige gegen Lidl und Co.

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Noch nie seien Lebensmittel so sicher gewesen wie heute. Lebensmittelkonzerne werden nicht müde das zu behaupten. Doch leider ist das nur die halbe Wahrheit: Es gibt andere, durchaus sehr ernste Gefahren. Aber Todesfälle? So etwas ist doch nicht mehr möglich, mögen Sie denken. Doch leider täuschen Sie sich. Anfang dieses Jahres starben in Österreich und Deutschland acht (!) Menschen an mit Listerienbakterien verseuchtem Harzer Käse. 

Natürlich war das keine Absicht! Aber ist alles getan worden um die Menschen zu schützen? Wir sagen: Nein!

Erst vier Wochen nachdem feststand, dass durch den Verzehr von Harzer Käse des österreichischen Herstellers Prolactal Menschen gestorben waren, warnteLidl in Deutschland unmissverständlich öffentlich vor dessen Verzehr. Lidl vertrieb den Käse unter dem Markennamen „Reinhardshof“ exklusiv in Deutschland. Vier Wochen vorher hatte Lidl lediglich empfohlen, den Käse „aus Gründen des vorsorgenden Gesundheitsschutzes“ nicht zu essen. Eine eindringliche Warnung sieht anders aus. Auch behördenintern hatte es eine Warnung gegeben. Öffentlich war diese aber nur im Internet zu finden – und zwar ohne Nennung des Produktes oder des Herstellers und daher nutzlos für den Verbraucher.

Es ist unglaublich: Fachleute wissen, dass sich Listerien im Sauermilchkäse explosionsartig vermehren! Relativ wenige, vor allem immungeschwächte, Menschen erkranken, aber dafür ist die Sterblichkeitsrate hoch: Jede zehnte Listerieninfektion verläuft tödlich! Es zählt also jeder Tag!

Der Fall hat uns keine Ruhe gelassen, und nach einer intensiven und aufwändigen Recherche fand foodwatch heraus: In Hessen starb eine Person, die den listerienbelasteten Käse nachweislich noch nach dem ersten, völlig unzureichenden, Hinweis von Lidl verzehrt hatte. Hätte dieser Todesfall mit einer frühzeitigen und unmissverständlichen Verzehrswarnung verhindert werden können?

Sie werden es kaum glauben, aber der betreffende Paragraf 40 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzes (LFGB) regelt, dass Behörden vor ernsten Sicherheitsgefahren lediglich warnen „sollen„, aber demzufolge nicht müssen. Diese haben also einen Ermessensspielraum. Zudem – so sagt es das Gesetz – reicht es aus, wenn die beteiligten Unternehmen informieren. Und das kam dann dabei heraus: Lidl hat zwar informiert, aber eben nicht wirksam, sondern völlig unzureichend. Und die Behörden haben nichts weiter unternommen!

Hätten Sie gedacht, dass der gesundheitliche Schutz der Verbraucher selbst bei akuten Gefahren so wenig zählt? Leider ist das die Realität.

Warum hat Lidl nicht gleich in aller Deutlichkeit gewarnt? Weshalb haben die Behörden nicht selbst unmissverständliche Verzehrswarnungen ausgesprochen? Diese Fragen wollen wir durch die Staatsanwaltschaft klären lassen und haben deshalb Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung gegen Lidl und die zuständigen Behörden gestellt. Aber selbst wenn es zu einer Anklage kommt, steht fest: Die Gesetze müssen sich ändern! In Österreich übrigens ist dies inzwischen geschehen. Österreich hat die Gesetze verschärft: Dort „müssen“ die Behörden künftig von sich aus über Gesundheitsgefahren informieren. Und in Deutschland? Die Regierung lehnt sich selbstzufrieden zurück. Die Gesetze seien ausreichend, heißt es aus Berlin.

foodwatch will das ändern! Wir fordern: Die Behörden müssen bei Gefahr verpflichtet sein, sofort zu informieren. Sie müssen umgehend Namen der Hersteller und der Produkte umfassend bekannt machen. Und sie dürfen sich nicht länger darauf berufen, die Informationsarbeit einem betroffenen und deshalb befangenen Unternehmen zu überlassen. foodwatch kämpft für eine entsprechende Gesetzesänderung. Helfen Sie uns dabei!

Es ist sehr gut möglich, dass es noch weitere, bisher unbekannte Todesfälle gegeben hat. Wir wollen diesen Fall weiter recherchieren, auch um zu zeigen: Es wird Zeit, die Informationspflichten für Behörden zu verschärfen. Doch die Recherchen, um diesen Fall aufzuklären, kosten eine Menge. Ebenso werden Anwaltsgebühren für gerichtliches Vorgehen fällig. Auch diese müssen finanziert werden!

Wir wollen sichere Lebensmittel! Wir wollen darauf vertrauen, dass wir beim Einkauf im Supermarkt nicht in Lebensgefahr geraten!

Helfen Sie uns dabei und werden Sie bitte jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!

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Quelle: Foodwatch.de

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