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foodwatch gegen Zwangsernährung mit Klonprodukten – foodwatch gegen EU-Beschluss

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Wieder ein Schlag ins Gesicht der Verbraucher: Fleisch und Milch von Nachfahren geklonter Tiere können auch künftig ohne Kennzeichnung in Europas Supermärkten verkauft werden. Dies ist das Ergebnis der jüngsten EU-Verhandlungen, das wir nicht zuletzt der deutschen "Verbraucher"ministerin Ilse Aigner und ihrem Kollegen aus dem Wirtschaftsressort Rainer Brüderle verdanken.
Als im Juli 1996 das Klon-Schaf "Dolly" das Licht der Welt erblickte, haben das die wenigsten Menschen als "Durchbruch der Wissenschaft" empfunden. Den meisten jagte die Vorstellung eines genetischen Doppels eher Schauer über den Rücken. Das ist nur zu verständlich, denn das walisische Bergschaf war das erste aus einer Körperzelle eines Organismus geklonte Säugetier. Es hatte keinen Vater und war die genetische Dublette seiner "Mutter".

Das Klonen von Lebewesen ist für die meisten Menschen nicht nur einfach unnatürlich, sondern sie finden es gruselig. Viele haben ethische Bedenken. Sie fragen sich, was das wohl für eine Welt ist, in der Geschöpfe wie aus Frankensteins Labor geschaffen werden. Damit wollen die wenigsten etwas zu tun haben, geschweige denn wollen sie so ein Geschöpf essen.
Seit Dolly sind einige Jahre ins Land gegangen und mittlerweile existieren Hunderte Nachkommen von geklonten Tieren. In der EU ist das Klonen von Tieren zur Lebensmittelerzeugung bis zum Jahr 2015 zwar einerseits nicht erlaubt. Aber was die meisten nicht wissen: auch wenn diese Tiere hier nicht erzeugt werden, so sind doch deren Nachkommen und Produkte auf dem Markt und wir verzehren sie bereits seit Längerem, ohne dass jemand uns Verbraucher gefragt hätte!
Diese Ungeheuerlichkeit geht aus einem internen Papier der EU-Kommission hervor. Die EU vertritt die Auffassung, dass man entsprechende Produkte auch in Zukunft nicht kennzeichnen oder auf Risiken überprüfen könne, da die Tiere in den Export-Ländern wie den USA nicht erfasst würden. Dabei wären Kontrollen beim Import von Zuchtmaterial durchaus möglich. Die dafür notwendigen Systeme zur Erfassung geklonter Tiere und ihrer Nachkommen sind technisch realisierbar.

Warum fordert die EU dann also nicht solche Nachweise und macht ihre Importe davon abhängig, erwägt also ein Importverbot? Die Antwort ist so einfach wie erschütternd: Die EU befürchtet wirtschaftliche Nachteile, die ein Importverbot für geklonte Tiere bzw. deren Erzeugnisse nach sich zöge. In dem internen Kommissions-Dokument werden minutiös die Folgen für die EU-Agrarexportbilanz aufgeführt. Zwei Zahlen sind dabei entscheidend: Einmal der Milch-Exportüberschuss im Wert von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr und der Schweinefleisch-Exportüberschuss im Wert von 3,9 Milliarden Euro pro Jahr. Es geht also um einen mit Hilfe unserer Steuergelder finanzierten Exportüberschuss im Wert von 9,4 Milliarden, den die EU dringend loswerden möchte. Ein Handelsstreit mit den USA ist da nicht gerade willkommen.
Die Verbraucher sind also gleich zweimal die Dummen: Erst müssen wir mit unseren Steuergeldern Überschüsse finanzieren, die niemand braucht und dann müssen wir ungewollt Klonprodukte essen, damit uns das Ausland diese Überschüsse abnimmt!
foodwatch wehrt sich mit aller Kraft dagegen. Denn wie eine offizielle Eurobarometer-Umfrage zeigt, lehnt eine deutliche Mehrheit der Verbraucher das Klonen aus ethischen Gründen ab und möchte nicht mit Klontieren oder Produkten oder Nachkommen dieser Tiere zwangsernährt werden. Unsere Protestaktion gegen ungekennzeichnete Klonprodukte ist so erfolgreich wie kaum eine zuvor: Über 18.000 Menschen haben sich innerhalb von nur zwei Wochen daran beteiligt.
foodwatch fordert deshalb:
Klonfleisch darf den Verbrauchern nicht untergejubelt werden. Die Menschen haben das Recht, Fleisch oder Milch von Nachkommen geklonter Tieren abzulehnen. Daher gilt: Es muss eine klare Kennzeichnung geben – wo Klonfleisch drin ist, muss auch Klonfleisch drauf stehen.

Unterstützen Sie uns in unserem Kampf gegen die Zwangsernährung mit Produkten von Klontieren. Wir geben nicht auf und lassen uns von dem EU-Beschluss nicht abschrecken. Wir fordern die Kennzeichnung von Klonprodukten. Doch dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Wir möchten, dass die europäische Politik das Thema wieder auf die Tagesordnung setzt und ein Einfuhrverbot ungekennzeichneter Klonprodukte vereinbart. Helfen Sie dabei mit und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch: In Kampagnen wie dieser steckt eine Menge Arbeit, Marktanalysen, Informationsmaterial, juristische Gutachten, politische Lobbyarbeit und Aktionen. All das will bezahlt werden. Helfen Sie uns dabei!
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Quelle: foodwatch.de

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