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foodwatch.de: Windbeutel-Gewinner Zott Monte mogelt erneut

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Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute vorweg: Escoffier hat auf den Protest reagiert und die Rezeptur der „Duett Champignon Creme-Suppe“ grundlegend verbessert. Mit Hilfe von Starkoch Alfons Schuhbeck hatte der Hersteller überteuert ein Standard-Suppenpulver sowie aromatisiertes Wasser in Dosen verkauft. Nun gibt es stattdessen einen richtigen, eingekochten „Fond“, und das Suppenpulver wurde von einer Reihe von Zusatzstoffen befreit. Die mehr als 4000 Verbraucherbeschwerden zeigten Wirkung!
 
Die schlechte Nachricht: Zuckerbombe Monte Drink – Gewinner des Goldenen Windbeutels 2010 – hat einen neuen Werbeauftritt verpasst bekommen. Angeblich, um künftig „Produktaussagen transparent und unmissverständlich an den Verbraucher zu kommunizieren“. Also ist nun alles gut? Leider nein. Denn wie sich zeigt, ist Monte ein besonders dreister Wiederholungstäter…
 
René soll‘s richten                                                     
Nachdem der Monte Drink letztes Jahr von mehr als 30.000 Verbrauchern zur Werbelüge des Jahres gekürt wurde, gelobte Hersteller Zott Besserung und versprach im April 2010 „Verbesserungen in der Darstellung gegenüber den Verbrauchern wie in der Rezeptur“. Ein halbes Jahr nach diesen vollmundigen Versprechen setzte die „Genuss-Molkerei“ (Zott über Zott) noch eins drauf: In einer Pressemitteilung sprach das Unternehmen von der „wegweisenden Entscheidung, Produktaussagen transparent und unmissverständlich (…) zu kommunizieren“. Die Monte-Familie – zu der neben dem Drink auch Becher in verschiedenen Größen gehören – solle nicht mehr als „Zwischenmahlzeit“ bezeichnet und nicht mehr als gesund beworben werden. Weiterhin spreche die neue Kampagne „junge Erwachsene“ an – Kinder sind also nicht mehr die Zielgruppe. Und von einer „Zuckerreduzierung“ für den Monte Drink war außerdem auch noch die Rede. Klingt erst einmal gut, doch entpuppt sich das Ganze bei genauem Hinsehen als neue Täuschungsoffensive. Getreu dem Motto: Neuer Auftritt, alte Botschaft…
 
Fußballnationaltorwart René Adler und sein Bruder sind die neuen Werbefiguren der Marke. Im aktuellen Spot erzählen sie die Geschichte, wie René Adler durch seinen Bruder – und Monte, versteht sich – zum Fußball gekommen ist. Die „Senior Product Managerin“ von Monte erklärt in einem Interview zum Werbefilm: “Wir haben die beiden als Botschafter für die Marke ausgewählt, (…) weil sie sind halt attraktiv, jung, sportlich, lebendig (…)  und wir möchten auch, dass unsere Konsumenten diese Marke so erleben.” Wir übersetzen:
 
Weil der öffentliche Druck nicht mehr erlaubt, die Monte-Zuckerbomben als gesunde „Zwischenmahlzeiten“ zu bewerben, haben wir uns René Adler ins Boot geholt. Er verkörpert genau das, was wir nicht mehr beim Namen nennen sollen: Monte ist eine gesunde und sportliche Zwischenmahlzeit. So sieht zwar alles neu aus, bleibt aber beim Alten.
 
Doch Fußball hinter oder her: Monte ist und bleibt eine Süßigkeit. Da ändert auch die groß angekündigte „Zuckerreduzierung“ des Drinks nichts dran – aus zuvor 8 Würfeln Zucker pro Monte Drink sollen „bis Frühjahr 2011“ etwa 7 werden. Damit wäre der Drink dann ungefähr gleichauf mit Coca Cola. Herzlichen Glückwunsch!
 
Zott scheint noch immer nicht zu begreifen, dass Verbraucher sich solche Irreführungen nicht mehr gefallen lassen wollen. Schlimmer noch: Der Hersteller verkauft die neue Kampagne sogar als „wegweisend“. Eine bodenlose Frechheit! Machen Sie deshalb mit bei der neuen E-Mail-Aktion und beschweren Sie sich direkt bei Zott über diese neue Täuschungsoffensive:
Machen Sie mit!
Ihr foodwatch-Team
 
PS: Zotts Monte Drink ist nur eines von vielen Mogelprodukten. Damit wir auch die anderen Tricks und Schwindeleien der Lebensmittelindustrie entlarven können, brauchen wir Geld für Recherchen und Kampagnen. Unterstützen Sie deshalb unsere Arbeit und werden Sie abgespeist-Pate:
 
Quelle: foodwatch.de

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