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Abgespeist: Wie die BSE-Politik der EU Gammelfleischfälle erst ermöglicht hat

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19.11.2010
Zehn Jahre ist es her, dass in Schleswig-Holstein der erste BSE-Fall an einem in Deutschland geborenen Rind diagnostiziert wurde. „Rinderwahnsinn“ – ein Schlagwort, das damals über Monate aus den Schlagzeilen nicht verschwand. foodwatch hat anlässlich des Jahrestages die Krisenpolitik der Europäischen Union bis heute analysiert. Die Bilanz fällt zweigeteilt aus: Einerseits waren die Maßnahmen zur Bekämpfung der BSE-Epidemie erfolgreich. Andererseits jedoch hat dieselbe Politik dazu geführt, dass die Regeln für die Fleischindustrie nicht strenger, sondern lockerer wurden. Der Handel mit Schlachtabfällen wurde staatlicher Kontrolle größtenteils entzogen – viele Gammelfleischskandale der vergangenen Jahre wurden so erst ermöglicht.
Mehr als 130 europäische Rechtsakte rund um BSE und den Umgang mit tierischen Abfällen sind seit dem Höhepunkt der BSE-Krise 2001 dokumentiert. Schnelltests, das „Keulen“ BSE-verdächtiger Rinder und ein striktes Verfütterungsverbot von Tiermehl – diese Maßnahmen führten zu einer Eindämmung der Rinder-Epidemie. Gleichzeitig konnte die Fleischindustrie jedoch eine weitreichende Liberalisierung des Marktes durchsetzen: Musste vor BSE der Großteil der Schlachtabfälle auf Kosten der Unternehmen entsorgt werden, sind seither 80 Prozent des Materials frei handelbar. Um solches Material von der menschlichen Nahrungskette fernzuhalten, sollte es durch einen Farb- oder Geruchstoff gekennzeichnet werden. Doch diese zentrale Vorgabe zum Schutz der Verbraucher wurde nie umgesetzt. 2008 wurde die entsprechende EU-Verordnung zudem abgeschwächt – seitdem müssen diese Schlachtabfälle mit der Substanz Glycerintriheptanoat (GTH) markiert werden. Nur: GTH ist farblos, geschmacklos und geruchlos und kann nur im Labor nachgewiesen werden! Eine absurde Vorgabe – Schlachtabfälle können den Verbrauchern damit ohne größeren Aufwand als Frischfleisch untergejubelt werden.
Unser Fazit: Die europäische Agrarpolitik hat aus ihrer größten Krise nichts gelernt. Sie hat BSE erfolgreich bekämpft, aber die Strukturen, die BSE möglich machten, unangetastet gelassen.
Von der Einfärbung von Tiermehl bis hin zu lückenlosen Dokumentationspflichten über den Verbleib von Schlachtabfällen: Wir brauchen endlich klare Gesetze für mehr Sicherheit beim Umgang mit tierischen Abfällen! Bitte unterstützen Sie diese Forderung und unterzeichnen Sie jetzt unsere E-Mail-Aktion:

Quelle: abgespeist.de

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